Kunstprojekt Vor Ort

In regelmäßigen Abständen laden wir Künstlerinnen und Künstler ein, auf die Architektur des Haus Ludwig, Innen- und Außenräume sowie die Geschichte des Hauses und unsere Stiftungsarbeit kreativ zu reagieren. 

Vor Ort 2022: Andreas Schmitten

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Stiftung im Jahr 2022 verwandelte der Bildhauer Andreas Schmitten das Haus Ludwig in ein Gesamtkunstwerk. 

In einer mutigen ästhetischen Geste betonte Schmitten die skulpturalen Qualitäten des Hauses und fasste das Mauerwerk der gesamten Außenfassade in einen knallig pinken Farbton. Die zahlreichen dekorativen Elemente und historischen Bauteile der Fassade, die ein Charakteristikum der Architektur darstellen, wurden original belassen und wirkten nunmehr wie freigestellt. Hinzu kamen zwei überdimensionierte Markisen an der Vorder- und Rückseite des Hauses. Die signalhaft gelb-weiß-gestreiften Attrappen wirkten wie einem Pop Art-Gemälde entsprungen. 

Schmittens Intervention nahm insofern nicht nur die Architektur des Hauses in den Blick, sondern versinnbildlichte die geradezu obsessive Leidenschaft, mit der sich die Ludwigs für die Kunst einsetzten. Die vier Monate währende Verwandlung des Hauses war für die Stiftung der Anlass, ihren Arbeitsort intensiver als zuvor der Öffentlichkeit als Ort der Kunst und der Begegnung ins Bewusstsein zu bringen.

Das Projekt stieß in der Öffentlichkeit auf breites Interesse. Auch nach dem Rückbau des Projekts finden regelmäßig Führungen für interessierte Besucher statt, dies meist in Kooperation mit Freundeskreisen und Fördervereinen von Museen oder Institutionen.

Vor Ort 2018: Annette Kelm

2017 befasste sich die Berliner Fotokünstlerin Annette Kelm über ein Jahr hinweg mit dem Haus Ludwig und den hier beheimateten Objekten und stellte die Ergebnisse von April bis November 2018 im Stiftungssitz aus. Zu festen Terminen war die Ausstellung für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Mit Annette Kelm erfolgte erstmals eine Präsentation der Arbeiten im Haus selbst. Kelms Fotografien spielen mit den vorhandenen Situationen und Arrangements und erzeugen so eine Art Bild im Bild.

Annette Kelm zur Ausstellung 2017: Die Betrachtenden finden sich bei fotografischen Abbildungen immer wieder und versuchen die Fotografie mit ihren Bildern oder Erinnerungen von Bildern abzugleichen. Das ist anders als bei den meisten Skulpturen oder bei Malerei. Beim Bildermachen habe ich weniger die Betrachtenden vor Augen als meine eigene Erfahrung. Manchmal ist dies eine körperliche, z.B. wenn es um die Größe des Bildes geht. Oft geht es um Wiederholung und die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten der Fotografie.“