Neue Ausstellung in Oberhausen mit Aachener „Lüsterweibchen“
Ein außergewöhnlicher Leuchter steht als zentrales Thema der neuen Ausstellung in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen im Mittelpunkt:
Eine hölzerne Frauenbüste blickt von oben - an schweren Eisenketten hängend - freundlich, aber erhabend über die Besucher hinweg – bis zum Bauch aus Holz ausgearbeitet und dann quasi auf einem Hirschgeweih liegend, als Kronleuchter mit schmiedeeisernen Kerzenhaltern ausgeformt.
Dieses einzigartige Stück enstand um 1540 in der Nordschweiz und fand seinen Weg von Rapperswil am Züricher See über mehrere Stationen bis schließlich 1994 als Dauerleihgabe von Peter und Irene Ludwig in das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen.
Geweihleuchter, kombiniert mit geschnitzter Figur, kommen vereinzelt seit dem 14. Jahrhundert vor und hingen in überwiegend profanen Räumen (Rathäusern, Stuben von Burgen).
In Oberhausen werden 10 Geweihleuchter (von weltweit um 200 auffindbaren) ausgestellt. Darunter zählt auch der „Drachenleuchter“ von Veit Stoß nach einem Entwurf von Albrecht Dürer (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg), angereichert mit Grafiken und Gemälden, auf denen verschiedene Leuchter zu sehen sind.
Bisher blieb das Thema „Lüsterweibchen“ überwiegend unerforscht. Um so erfreulicher ist es, dass zur Ausstellung eine umfassende Publikation zu diesem Thema erscheint. Es widmet sich den Entstehungsbedingungen und der Dokumentation dieser ungewöhnlichen Geweihleuchter.
Ausstellung und Katalog entstanden in enger Zusammenarbeit mit Dr.Dagmar Preising und Michael Rief aus dem Aachener Suermondt-Ludwig-Museum.
„Artefakt und Naturwunder“: 6.2.- 17.4.2011. Weitere Infos hier:
Corinna Schröder


