Rund 100 Gemälde, ergänzt durch Zeichnungen und Skulpturen, zeigt die Kölner Ausstellung, darunter auch das als Leihgabe für das Museum Ludwig von der Ludwig Stiftung kürzlich erworbene hochformatige Gemälde „Tall Mountains“ von 1996.
Zentrales Thema der Ausstellung ist Lichtensteins Auseinandersetzung mit unterschiedlichen kunsthistorischen Stilrichtungen,
wie etwa dem Impressionismus, bei seinem Bild „Rouen Cathedral“ (1969) gut zu erkennen, das an Monets Kathedralenserie anlehnt,
oder dem Futurismus mit “The Red Horseman” von 1974 ( nach Carlo Càrras “Roter Reiter” von 1913).
Indem Lichtenstein stilistische Besonderheiten seiner berühmten Kollegen herausfiltert und in seine eigene ironische und stark überspitzte Sprache umformt, entsteht ein neues Werk, welches das klischeehafte Bild des Künstlers widerspiegelt. Die extrem groben Pinselstriche überbetonen die Sprache des Künstlers und lassen diese verselbständigen, so dass sie sich als einmal durchgesetzter Malstil in seiner vervielfältigten Form ähnlich trivial wie Gebrauchskunst verfestigen.
Zum Vergleich stehen dem Ausstellungsbesucher vor Ort ausreichend originale Kunstwerke vorangegangener Epochen zur Betrachtung zur Verfügung, die Lichtenstein so eigenwillig interpretiert hat. Es empfiehlt sich also ein Gang durch das ganze Haus.


